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Wieso Bitcoins Proof of Work keine Energieverschwendung ist


Geld muss knapp sein. Denn sollte es „wie Obst auf Bäumen wachsen“ kann es seine Funktion als Wertspeicher, Zahlungsmittel und Recheneinheit nicht erfüllen. Insbesondere die Wertspeicherfunktion von Geld leidet unter einem Überangebot. Gerade in Perioden in denen die Wirtschaft von günstigem Geld geflutet wird, zeigt sich was passiert, wenn Geld nicht mehr knapp ist. Bitcoinern dient hier exemplarisch der Verweis auf inflationsgebeutelte Wirtschaftsräume wie Venezuela oder der Türkei.

Was Knappheit mit Energie zu tun hat

Geld reicht bis in graue Vortage zurück. Seit jeher haben sich Menschen auf Güter geeinigt, die sie als geeignet betrachten, um Wert darin zu speichern. Diese Güter müssen bestimmte Eigenschaften aufweisen. Eine dieser Eigenschaften, verkürzt ausgedrückt, lautet Knappheit. Nun kann es Knappheit mithin nur für Güter geben, die relativ schwierig zu haben sind und dessen Bestand sich daher nicht willkürlich verwässern lässt. In anderen Worten: Geld sollte aufwändig in der Herstellung sein, um seine werthaltende Funktion erfüllen zu können, denn sonst fluten immer größere Mengen an Geld den Markt. Die Folge: Inflation. Gold hat unter anderem deshalb eine lange währende Historie als Geldmittel, da die Schöpfung neuer Bestände mit großem Aufwand verbunden ist. Es ist trivial: Menschen begehren seltene Dinge und seltene Dinge sind schwer zu haben.

Ersichtlich wird der Zusammenhang aus Energie und Wertspeicherfunktion auch anhand der Überlegung, dass Menschen getane Arbeit in Geld speichern. Man tauscht also Lebensenergie (Zeit und physische Arbeitskraft) gegen Geld. Es liegt nahe, dass das Gut für das man arbeitet nicht im Überfluss existieren sollte. Was passiert, wenn das doch der Fall ist, hat die Hyperinflation der Weimarer Republik bewiesen.

Bitcoin und Proof of Work

Und hier kommt Bitcoin ins Spiel. Nicht nur ist Bitcoin das knappste Asset der Welt, die Produktion von nur einer einzigen Einheit des digitalen Goldes könnte energieaufwändiger kaum sein. „Geld, also die Repräsentation von Arbeit, die zur Erzeugung von Waren und Dienstleistungen erforderlich ist, kann auch als gespeicherte Energie betrachtet werden“, schreibt etwa Dan Held auf Medium.

Und Bitcoin, durch Proof of Work, ist der wohl direkteste Weg, Energie in Wert zu verwandeln. Es ist schließlich kein Zufall, dass große Mining-Farmen häufig direkt an Kraftwerken angesiedelt sind. Dort ist Strom günstig und fließt so ohne Umwege direkt in das Bollwerk, dass das sicherste Zahlungsnetzwerk der Welt von Angriffen schützt.

Bitcoin ist eine Superware [sic], gepresst aus Energie, des fundamentalen Rohstoffs des Universums. PoW wandelt Strom in digitales Gold um. Der Umstand, dass Bitcoins Produktion energieaufwändig ist, ist ein Feature, kein Bug.

Difficulty Adjustment regelt Geldmengenwachstum

Nun könnte man indes sagen: „Ich könnte ja schlicht deutlich mehr Energie aufwenden und so alle neu geschöpften Bitcoin für mich beanspruchen.“ Doch hier kommt das Difficulty Adjustment ins Spiel. Sobald sich das Level an Energie, das ins BTC-Netzwerk fließt, signifikant erhöht, wird es deutlich schwieriger, einen gültigen Hash für den neuen Block zu finden. Dies führt – abermals verkürzt gesagt – zu einem algorithmischen (und somit planbaren) Geldmengenwachstum von aktuell 12,5 BTC je zehn Minuten.

Wer also Bitcoins Energierverbrauch anprangert, der muss zumindest den Nutzen ins Verhältnis setzen. Gäbe es diesen nicht, wäre Mining längst nicht mehr profitabel. Zudem ist Nutzen und Sinn völlig subjektiv, wie Dan Held in dem Artikel herausstellt. Wer für Strom bezahlt, darf damit machen was er oder sie will: Nachmittagssendungen auf RTL2 schauen, Tiefkühlpizza im Ofen backen oder eben Bitcoin minen. Dies sind genau die Freiheiten, die ein kapitalistisches System dem Individuum zugesteht. „Niemand hat die moralische Autorität, irgendwem vorzuschreiben, was man mit seinem Strom macht“, fasst Held die unsägliche Debatte über Bitcoins vermeintliches Energieproblem zusammen.

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