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My Two Sats: Bitcoin und der Cantillon-Effekt



Keine Altcoins, hier gilt: Bitcoin only! Ausgabe zwei: Bitcoin und der Cantillon-Effekt.

Der Cantillon-Effekt

Bitcoin ist ein komplexes Phänomen. Bitcoiner, die sich auf Partys bereits am Elevator Pitch versucht haben, stoßen schnell an ihre Grenzen. Wir sind so sehr an Zentralbankgeld wie den Euro gewöhnt, dass die schiere Idee einer privaten Form von Geld, die obendrein nur im digitalen Raum existiert, mittelschwere Kopfschmerzen verursacht.

Selbst im Zeitalter des Internets klingt Bitcoin immer noch nach einem nerdigen, wenig greifbaren Konzept. „Braucht es das wirklich?“, lautet der häufigste Einwand.

Ja, Bitcoin ist ein revolutionäres Konzept und die Notwendigkeit für dessen Erfolg könnte heute kaum größer sein. Einer der Gründe: der Cantillon-Effekt.

Beim sogenannten Cantillon-Effekt handelt es sich um ein makroökonomisches Phänomen, das die gesellschaftliche Verteilung neugeschöpften Geldes beschreibt. Demnach kommen neugeschöpfte Geldeinheiten vor allem denjenigen Interessengruppen zugute, die einen schnellen Zugang zu neuem Geld haben. Dieser Tage sind das insbesondere Kreditinstitute wie Banken sowie die obere Mittelschicht, die günstige Kredite kurzerhand in Vermögenswerte wie Aktien oder Immobilien investieren können. Dass die Aktienmärkte seit über zehn Jahren 10 Prozent im Durchschnitt wachsen, lässt sich weniger auf ein entsprechendes Produktivitätswachstum als vielmehr auf Asset-Price-Inflation zurückführen.

Der Abstand zum Geldhahn ist entscheidend

Mit anderen Worten: Wer „nah“ am Geldhahn sitzt, profitiert, der überwiegenden Mehrheit schaden die niemals endenden Liquiditätsinjektionen der Zentralbanken in der langen Frist allerdings. Schließlich passen sich die Preise mit der Zeit an die erhöhte Geldmenge an. Man spricht von Inflation. Zusammengefasst sinkt die Kaufkraft derjenigen am stärksten, die am weitesten vom Geldhahn entfernt sind. Schließlich steigen die Preise, bevor das neue Geld „unten“ angekommen ist.

Wer kann, schützt sich gegen den Kaufkraftverlust mithilfe von Vermögensanlagen. Wer indes keinen positiven Cash Flow durch Assets generieren kann, sondern von Löhnen lebt, der verliert. Schließlich steigen Löhne nur sehr verzögert zu realer Inflation an.

Der Cantillon-Effekt beschreibt also die ungleichen Effekte von Inflation auf unterschiedliche gesellschaftliche Schichten. In kurz: Vermögensschwächere Schichten nehmen durch Inflation einen größeren Schaden als vermögensstarke Gruppen.

Wenn eine wohlhabende Minderheit profitiert und vermögensschwächere Schichten – also eine gesellschaftliche Mehrheit – Schaden nimmt, wirft dies Gerechtigkeitsfragen auf. Glücklicherweise gibt es Bitcoin.

Bitcoin fixes this

Bitcoin wählt eine andere Form der Verteilung neugeschöpften Geldes. Anstatt ein System zu etablieren, in dem das Monopol auf die Geldschöpfung Notenbanken obliegt und „systemrelevante“ Kreditinstitute bevorteilt werden, ist die Bitcoin-Geldschöpfung Aufgabe des Markts. Theoretisch kann sich jeder Netzwerkknoten am Mining beteiligen und so am dezentralen Geldschöpfungsprozess teilnehmen.

Dass dies mit steigender Difficulty kapitalkräftigen Marktteilnehmern vorbehalten ist, ändert nichts am grundsätzlichen Unterschied: Umlaufende BTC sind Ergebnis des Markts und umlaufendes Fiatgeld ist Ergebnis eines Monopolisten und daher anfällig für politische Bevorteilung von Interessengruppen.

Wer wie die überwiegende Mehrheit der Bitcoin-Nutzer nicht am Mining teilnehmen kann, hat immerhin die Möglichkeit, BTC auf dem freien Markt zu erwerben. Die Sekundärmarkt-Infrastruktur aus Fiat-Onramps ist zwar ausbaufähig. Bitcoin zu erwerben ist aber längst kein Hexenwerk mehr. Jeder Marktteilnehmer hat dieselbe Nähe zur Geldschöpfung, das macht Bitcoin auf dieser Ebene zu apolitischem Geld und schützt gegen den Cantillon-Effekt.

Bitcoin fixes this.





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