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Libra: Facebook stellt zwei neue Lobbyisten ein


Der Social-Media-Konzern Facebook heuerte in den letzten Monaten zwei Polit-Profis für sein Krypto-Projekt Libra an. Diese Informationen gehen aus den zwei entsprechenden Lobby-Registrierungen des US-Repräsentantenhauses hervor.

William Hollier betreibt seit Ende August Lobbyarbeit für Facebooks Libra. Zuvor war der Präsident des PR-Unternehmens Hollier Associates LLC beispielsweise für US-Senator Mike Crapo tätig. Dieser war wiederum Vorsitzender des Bankausschusses im Senat. Anfang August stellte Facebook bereits Crapos ehemalige Assistentin Susan Stoner Zook für dieselben Zwecke ein. Zu Holliers prominenten Klienten gehören aber auch die Microsoft Corp. und die unabhängige Vereinigung amerikanischer Banker.

Die zweite Lobbyisten-Stelle kommt derweil Michael Williams von der Willams Group zugute. Er begann die Lobbyarbeit für Facebook laut seiner Registrierung bereits Mitte Juli. Bevor er für Libra engagiert wurde, arbeitete Williams als Management Director für die Versicherungsabteilung von Credit Suisse. Heute zählt beispielsweise die Fluglinie Delta Airlines zu seinen Kunden.

Polit-Profis sollen Libra möglich machen

Offenbar will Facebook die Schwierigkeiten um die Legalisierung seiner Libra-Initiative mithilfe der Beschäftigung mächtiger Lobbyisten aus dem Weg räumen. Erst letzte Woche engagierte Mark Zuckerbergs Konzern die Firma FS Vector. Zu ihren Partnern gehört John Collins, welcher zuvor Head of Policy bei Coinbase war. Es ist also offensichtlich, dass Facebook keine Kosten und Mühen scheut, um erfahrene Profis aus der Krypto- und Finanzbranche um sich zu scharren. Insgesamt sind jetzt mutmaßlich mindestens acht Lobbyisten für das Krypto-Projekt tätig.

Die Bemühungen Facebooks um eine ausgefeilte politische Strategie gehen auf gravierende Differenzen mit den US-Regulierungsbehörden zurück. Im August besuchte eine sechsköpfige Delegation des US-Repräsentantenhauses die Schweiz als Libra-Standort, um mehr über die Kryptowährung zu erfahren.

Angeleitet wurde die Experten-Gruppe unterdessen von der aktuellen Vorsitzenden des Bankenausschusses, Maxine Waters. Diese gilt derweil als scharfe Kritikerin von Libra. So sprach sie sich etwa für ein Moratorium der Kryptowährung aus, solange die rechtlichen Rahmenbedingungen noch ungeklärt sind. Auch nach ihrer Reise in die Schweiz blieb die Delegation besorgt um die Sicherheit des globalen Finanzsystems im Hinblick darauf, dass „eine große Tech-Company eine privat kontrollierte, alternative globale Währung erschaffen darf.“

Anscheinend versucht Facebook nun mit Insidern aus Politik und Finanzwirtschaft, auf die unversöhnliche Haltung einiger US-Gesetzgeber einzuwirken, um Libra wie geplant auf den Markt zu bringen.

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