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Fiat Chrysler tritt IBM geführtem Blockchain-Rohstoff-Netzwerk bei



Der Automobilhersteller Fiat Chrysler will bei der Produktion von Elektroautos künftig verstärkt auf die Herkunft der verwendeten Rohstoffe achten. Deswegen verkündete der Konzern am 10. Dezember seinen Beitritt zum Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN). Der unter anderem von IBM und Ford ins Leben gerufene Zusammenschluss arbeitet daran, die Blockchain-Technologie für die Nachverfolgung von Rohstoffen und Lieferketten nutzbar zu machen.

Fiat Chrysler gab an, die Blockchain zunächst für das Tracking von Kobalt zu verwenden. Das Erz ist für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien unerlässlich, allerdings stammt es oftmals aus Kriegsgebieten wie dem Kongo. In einem weiteren Schritt will der italienisch-amerikanische Fahrzeugriese zudem die „Konfliktmineralien“ Wolfram, Zinn, Gold und Coltan nachverfolgen. Ähnlich wie Kobalt sind diese für die Herstellung von Elektroautos von essentieller Bedeutung, ihr Abbau erfolgt jedoch ebenfalls häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Die Ankündigung von Fiat Chrysler muss indes im Kontext einer branchenweiten Reorientierung auf Elektrofahrzeuge verstanden werden. Allein der aus dem Zusammenschluss von Fiat und Chrysler entstandene Großkonzern will bis 2022 30 verschiedene Modelle mit Elektromotor auf den Markt bringen. Auch Carl Smiley, der bei Fiat Chrysler für Lieferketten zuständig ist, stellte den Beitritt zum Blockchain-Netzwerk in diesen Zusammenhang:

Unser Engagement für eine verantwortungsbewusste Beschaffung von Rohstoffen ist für die Integrität und Nachhaltigkeit unserer Lieferkette von entscheidender Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Intensivierung unserer Elektrifizierungsstrategie.

Responsible Sourcing Blockchain Network wächst

Fiat Chrysler ist unterdessen nur eines von zahlreichen Netzwerkmitgliedern. Der IT-Riese IBM rief das Konsortium gemeinsam mit dem Autobauer Ford und verschiedenen Rohstofffirmen ins Leben. Auch Volkswagen und Volvo traten wenig später bei. Die technologische Basis des Projekts bildet eine von IBM entwickelte Blockchain.

Die Mitglieder möchten diese nutzen, um Lieferketten sowohl effizienter als auch ethisch vertretbarer zu machen. Einen ersten Testlauf mit Kobalt aus dem Kongo führte das Netzwerk bereits erfolgreich durch. Als Nächstes ist ein kommerzieller Launch der Tracking-Plattform für das Jahr 2020 vorgesehen. Nach eigenen Angaben erhoffen sich die Mitglieder eine branchenübergreifende Verwendung.

Rohstoff-Tracking insgesamt im Trend?

In der Tat gewinnt die Nutzung von nachhaltig und ethisch vertretbar produzierten Rohstoffen auch jenseits der Automobilbranche enorm an Bedeutung. Dass der Blockchain bei diesem Trend eine Schlüsselrolle zukommt, beweist allein schon ein neues Projekt des Weltwirtschaftsforums. Denn die globale Organisation rief im Oktober die „Mining and Metals Blockchain Initiative“ ins Leben. Ziel des Zusammenschlusses von Bergbaukonzernen und Rohstofflieferanten ist die Entwicklung von branchenweiten Standards, die sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Nachhaltigkeit von Lieferketten steigern sollen.

Das Tracking von Rohstoffen ist im Übrigen nur eine von zahllosen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain. Weitere Informationen zu der Technologie und ihren Verwendungsweisen liefert der Blockchain-Kurs der BTC-ACADEMY.





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