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Extra Virgin oder Fake? Olivenöl-Herstellung kommt auf die Blockchain



CHO arbeitet künftig mit der Distributed-Ledger-Technologie, um die Echtheit seines tunesischen Extra Virgin Olivenöls Terra Delyssa nachzuweisen. Dazu kooperiert das Unternehmen mit IBM Food Trust, einem Netzwerk, das mithilfe der Blockchain Einsicht in den Produktions- und Vertriebsprozess gibt.

Polizei entdeckt eine Million Liter gefälschten Olivenöls

Die Positionierung auf dem Ölmarkt ist schwer, besonders wenn man mit spanischen, griechischen oder italienischen Produzenten konkurriert. CHO möchte herausstechen und gleichzeitig die Echtheit seines Produkts nachweisen. Denn auch Fälschungen plagen das Business. Erst im vergangenen Jahr deckte die italienische Polizei einen Ölfälscher-Ring auf. Die Bande färbte Soja- oder Sonnenblumenöl mit Chlorophyll und Beta-Carotin, um es wie Natives Olivenöl Extra aussehen zu lassen. Künstliche Geschmacksstoffe veränderten den Geruch und Geschmack. So verkauften sie seit 2015 mehr als eine Million Liter des billigen Öls pro Jahr in Deutschland und Italien.

Das native Olivenöl Extra oder Extra Virgin ist die höchste Güteklasse des Produkts. Die aufwändige Verarbeitung ist stark reglementiert. So müssen die Oliven bereits acht Stunden nach der Pflückung verarbeitet werden. Sie kommen in eine Mühle und werden bei maximal 27 Grad mechanisch kaltgepresst, um den Geschmack zu erhalten. Entscheidend ist, dass das Extra Virgin Olivenöl nur einmal und nicht wie herkömmliche Olivenöle mehrfach gepresst und gefiltert wird.

Die Reinheit zu erhalten ist im langen Prozess eine Herausforderung

Diese Schritte einzuhalten, ist eine Herausforderung, das weiß auch Raj Rao, General Manager von IBM Food Trust:

Die Reinheit und Frische eines Olivenöls zu erhalten, ist eine Herausforderung. Besonders wenn das Öl den langen Prozess von der Plantage zum Einzelhandel durchlaufen muss.

Mittels Blockchain werden dabei alle Stationen des Herstellungsprozesses ersichtlich: von der Olivenplantage über die Mühle bis hin zur Filter- und Abfüllanlage und schließlich dem Vertrieb. Dabei erhält jede Flasche einen QR-Code, auf dem Kunden neben detaillierten Verarbeitungsdetails sogar Bilder der Plantage sehen können. Zudem erhalten Lieferanten und Einzelhändler separate Informationen in einer App. Etwa die genauen Kontrollschritte bei der Pressung, die Temperaturen und Filterungen.

Wajih Rekik, CEO von CHO America, erklärt in Bezug auf die Blockchain-Technologie:

Die Produktion unseres Öls ist außergewöhnlich und wir möchten unseren Kunden alle Schritte zeigen, die das Produkt so besonders machen.

Absicherung vor Fälschungen auch bei Wein und Whisky

Auch andere Produkte, die Gefahr laufen, verfälscht zu werden, sichern sich über die Blockchain ab. Der schottische Whisky-Hersteller Ailsa Bay führt seine Produkte auf einer Open Ledger Blockchain. Kunden scannen dabei QR-Codes, um alle Daten über das Produkt einzusehen. Auch bei Wein kommen Etiketten-Codes zum Einsatz. Das Unternehmen Ernst & Young etwa betreibt bereits seit 2017 ein digitales Blockchain-Verzeichnis speziell für italienische Weine.



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